Ausflug zu den Tieren der Nacht, (Mittwoch, 29. August 2018, 19:45 Uhr)

Trotz drohender schwarzer Gewitterwolken besammelte sich knapp ein Dutzend Unentwegte beim Rumensee, um den Tieren der Nacht «auf die Spur» zu kommen. Unter der kompetenten Leitung von Simon Meier, ausgewiesener Jäger und Ornithologe, versuchten die Teilnehmenden zuerst zu ergründen, weshalb bestimmte Tiere erst in der Nacht aktiv werden und mit welchen Eigenschaften sie dafür ausgerüstet sind.  

Bei einbrechender Dämmerung betraten wir den Wald, wo der Warnruf eines Rotkehlchens und ein Waldkauz zu vernehmen waren. Das Flügelpräparat einer Waldohreule liess erkennen, warum Eulen absolut lautlos fliegen. Ebenso erfuhren wir, wie einzigartig ausgerüstet Eulen ihren «Blindflug» meistern und ihre Opfer zielsicher erjagen. Anhand von mitgebrachtem Gewölle und den darin enthaltenen Skelettteilen gelang es, das erbeutete Tier zu benennen.

Über unseren Köpfen entlud sich nun die geballte Kraft des angesagten Gewitters, Regen prasselte auf das Blätterdach, so dass das eigene Wort nicht mehr zu vernehmen war. Beim Verlassen des Waldes liess der Regen schon wieder nach und im Licht des mitgeführten Scheinwerfers erblickten wir ein äsendes Reh. Im angrenzenden Maisfeld zeigte uns Simon Meier, welche Spuren ein Dachs auf Nahrungssuche hinterlässt.

Kaum hatte der Regen aufgehört, erschien auf dem freien Feld schemenhaft eine Zwergfledermaus. Ihre Echoortung für das Aufspüren ihrer Beute und Erkennen allfälliger Hindernisse, ein für menschliche Ohren unhörbares ständiges lautes Schreien, wurde mit einem Bat-Detektor in unsere Hörfrequenzen übersetzt.

Dass der Regen auch sein Gutes hat, erkannten wir am gegenüberliegenden Waldrand. Mehrere Feuersalamander nutzten die Feuchtigkeit für die Nahrungssuche. Auch einige Kröten querten unseren Weg.

In einem kleinen Tobel erzählte uns Simon Meier vor einer frisch ausgebuddelten Höhle vom Leben und den Eigenschaften des hier wohnenden Dachses.

Bei der späteren Verabschiedung zeigten sich alle Teilnehmenden sehr zufrieden und war man sich einig, dass es sich gelohnt hatte, den Kapriolen des Wetters zu trotzen.


 

Jürg Rambold

  

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