Waldkauz-Nistkastenreinigung

Das Schlafzimmer der Waldkäuze muss auch mal gereinigt werden

Kontrolle und Reinigung der Waldkauz-Nistkästen im Küsnachter Wald (4. Dezember 2015)

(Helfer Christoph Otter, Simon Meier, Dieter Koenig, Klaus Kühnlein)

Der Waldkauz (Strix aluco) ist in unseren Breitengraden nicht selten anzutreffen.

In kalten Februarnächten hallen seine lauten Rufe aus den Wäldern. Sie tönen schauerlich und stammen von balzenden Waldkäuzen, die einen Paarungspartner suchen. Der Waldkauz ist ein typischer Nachtvogel. Wenn es dunkel ist, macht er sich auf die Jagd nach Mäusen, Singvögeln und grösseren Insekten. Die unverdaulichen Stoffe das Gewölle würgt er nach dem Fressen wieder aus.

Das Gewölle (auch Speiballen genannt) kann man zerlegen und findet die Knochen von Wirbeltieren (z.B. Maus- und Vogelskelett).

Der Waldkauz ist sehr ortstreu. Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen und halten sich so lange wie möglich im gleichen Revier auf.

Im Februar findet die Paarung statt, anfangs März erfolgt die Eiablage. Das Weibchen betreut die Brut alleine und wird dabei wie später die Jungen vom Männchen gefüttert. Im Alter von 3 Wochen springen die immer noch flugunfähigen Jungen aus der Bruthöhle.

Einige fallen zu Boden und werden für Füchse und Marder leichte Beute, andere sitzen als unbeholfene Ästlinge in den Zweigen rund ums Nest. Der Baummarder ist daher auch der natürliche Hauptfeind des Waldkauzes.

Am Freitagnachmittag, 4. Dezember 2015, schafften wir es endlich wieder einmal die Waldkauz-Nistkästen im Küsnachterwald zu warten. Die Wetterbedingungen waren ideal: bewölkt, einige Regentropfen, doch ein trockener Boden.

Christoph Otter, Forstwart, fuhr uns mit dem Land Rover und Anhänger, bestückt mit der Hochleiter, zu den einzelnen Nistkästen. Die beiden Mithelfer Simon Meier und Dieter Koenig suchten schon im Voraus die Standorte der Nistkästen.

Nun musste die Hochleiter sicher am Baumstamm platziert werden, damit Christoph in luftiger Höhe den Nistkasten erreichen konnte, bis teilweise über 5 Meter.

Simon und Dieter sicherten die Leiter am Fussende. Die Nistkästen wurden gesäubert und mit neuen Holzspänen eingestreut. Das viele alte Nistmaterial (Tannen- Chries, Zweige) stammt vor allem von Eichhörnchen, Siebenschläfern und Vögeln, das meistens nach der Aufzucht der Jungen eingebracht wird.

Gewöllreste mit den Knöchelchen von Mäusen, Eierschalen, Federn usw. ergaben den Brutnachweis der Käuze.

Wir kontrollierten 6 Nistkästen, die alle Bruten aufwiesen. Letzte Kontrolle war im Jahr 2011. Im Kasten Nr.1 fanden wir ein totes Eichhörnchen.

Im Kasten Nr. 4 erschreckten uns 2 Waldkäuze, die lautlos aus dem Kasten flogen. Dieser Kasten wird wohl ihr Winterquartier sein.

Die Nistkästen wurden im Jahr 2009 von jungen Leuten in der Weiterbildungs-und Berufswahlschule Küsnacht unter Anleitung von Christian Jucker hergestellt und im Küsnachter-Wald aufgehängt. Siehe Bericht im „Küsnachter“ Ausgabe vom 5. Februar 2009, 25. Jahrgang.