Bergvogelexkursion in Amden, 21. Juli 2013

Um 07:45 Uhr traf sich eine kleine, aber sehr motivierte Gruppe am Bahnhof Küsnacht. Ziel war Amden, ein Bergort oberhalb des Walensees, der nicht nur Mountainbikern und Schneeschuhläufern etwas zu bieten hat, sondern auch noch über eine wunderschöne Natur verfügt. Mit dem Bus fuhren wir bis Arvenbüel, dem Startpunkt unserer Wanderung. Der erste Teil des Weges führte uns über eher artenarme Wiesen zur Vorderen Höhe. Das schlug sich auch in den beobachteten Vogelarten nieder: Einige Allerweltsarten wie Hauben- und Tannenmeisen in den Fichtenwäldern und ganz weit weg noch ein Alpendohlenschwarm. Ab diesem Punkt wurde das Gebiet aber langsam feucht und morastig, überall konnte man nun Orchideen und Wollgras erblicken. Sogar mitten auf dem Weg wuchsen einige Orchideen, so dass man aufpassen musste, sie nicht zu zertreten. Eine erste Pause machten wir unterhalb des Flügenspitz. Während wir uns ausruhten, flog ein Kolkrabe in wenigen Metern Entfernung an uns vorbei und Dieter meinte, ein Spechtklopfen gehört zu haben. Einige Meter weiter in einem Waldstück mit vielen toten Bäumen bewahrheitete sich seine Beobachtung. Zwar trug der Specht immer wieder seine Trommelreihen vor, auch ziemlich nah, wie wir meinten, doch niemand konnte den Vogel finden. Nur Alessandro schaute unbewegt an den immer gleichen Ort, denn er hatte den Specht schon lange entdeckt, aber gemeint, dass wir ihn auch sehen. Ein kurzer Blick durch den Feldstecher genügte nun, um festzustellen, dass es ein Männchen des extrem heimlichen Dreizehenspechts war! Kurz nach der Entdeckung flog er zwar weg, kurz danach konnte ihn aber Inge erneut finden. Nun konnten ihn alle ausgiebig beobachten, im Fernrohr war er fast bildfüllend zu sehen. Er begeisterte uns mit seinem vollen Repertoire: Sich putzen, hacken, klettern (auch nach unten) und trommeln. Nach dieser wunderschönen Beobachtung machten wir uns an den letzten Aufstieg. Unterhalb des Leistchamms, wo der zweite Tageshöhepunkt auf uns wartete, nahmen wir unser Mittagessen ein. Denn nachdem wir uns gestärkt hatten, überflog uns ein immaturer Steinadler in relativer geringer Höhe. Kurz danach zeigte er sich noch einmal kurz, doch da er sich schon viele Meter in die Höhe geschraubt hatte, war er nicht mehr ganz so schön zu sehen. Da es immer wärmer wurde im Verlauf des Tages und je weiter wir uns wieder dem Tal näherten, gingen wir die letzte Strecke zurück nach Arvenbüel etwas schneller. Als wir endlich verschwitzt in Arvenbüel ankamen, gönnten wir uns alle im nahe gelegenen Restaurant eine Abkühlung und sinnierten über den Dreizehenspecht, den Steinadler und die tolle Bergvogelexkursion.