Internationaler Zugvogeltag auf der Forch (Samstag, 30. September 2017)

So früh wie dieses Jahr führten wir den Zugvogeltag noch nie durch: Am letzten Septembertag stellten wir nämlich am bewährten Platz auf der Forch beim Wehrmännerdenkmal unseren Stand auf, um möglichst viele Zugvögel zu registrieren als aber auch Interessierte zu informieren. 

Das Wetter war so gut wie lange nicht mehr: sonnig mit wenig Wind. Trotz der guten Thermik blieb die grosse Masse an erhofften Greifvögeln leider aus, dafür erfreute die Besucher und uns ein später Baumfalke, der mehrere Male über unserem Standort schön zu sehen war. Den absoluten Höhepunkt bildete ein Trupp von 26 Heidelerchen, die mit ihren wehmütig pfeifenden Rufen aus sich aufmerksam machten. Eine einzige ist in Küsnacht bereits eine tolle Entdeckung, gleich 26 waren deshalb nun wirklich unerwartet.

Unser Dank gilt wie jedes Jahr Benno und Marianne Lüthi, die uns ihren Garagenplatz zur Verstauung der Standutensilien netterweise zur Verfügung stellen.

Unser Stand links mit dem Wehrmännerdenkmal rechts oben.

Unser Stand links mit dem Wehrmännerdenkmal rechts oben.

Wald und Wild (Samstag, 16. September 2017)

Ein Erlebnisbericht unserer Exkursion vom 16. September 2017, im Heslibachertobel unter dem Titel
Wald und Wild
von Jonathan Sippel, 21.09.2017; Küsnachter
 

"Im Heslibachertobel auf den Spuren der Wildtiere

Ein Drittel der Schweizer Landesfläche ist bedeckt von Wald – darum lud der Natur- und Vogelschutzverein Küsnacht ein, das Wild- und Waldleben im Heslibachertobel zu entdecken.
Auch Jäger, Jagdaufseher und Forstwarte sind im Natur- und Vogelschutzverein Küsnacht (NVVK) aktiv, und so lag der Fokus der Waldexkursion vom vergangenen Samstag darauf, wie Wildtiere und Wald zusammenleben. Dieses Miteinander hinterlässt Spuren vielerlei Art. Wie diese zu deuten sind, brachten Dieter Koenig und Simon Meier rund zwanzig Interessierten, ausgerüstet mit Trekkingschuhen und Feldstechern, näher.

Dachse im Mais
Entgegen den Hoffnungen der Teilnehmer gehen Wildtiere Menschen meist aktiv aus dem Weg, und so deutete meist nur ein sporadisches Rascheln im Wald auf ihre Anwesenheit hin. Meier und Koenig nutzten die Abwesenheit der Tiere, um detailliert auf die Spuren einzugehen, die diese im Wald hinterlassen: Sie wiesen zum Beispiel auf das krumme Wachsen von Bäumen hin, deren Knospen von Rehen gefressen wurden. Oder etwa die umgeknickten Stiele in Maisfeldern, welche die Geschichte eines nächtlichen Festmahls einer Dachsfamilie erzählen. Überall präsent waren die sogenannten «Wildwechsel», Trampelpfade im Dickicht, auf denen sich Rehe, Füchse und Dachse wieder und wieder durch das Tobel bewegen.

Der Wald ist nicht nur Lebensraum für eine grosse Menge an Wildtieren, sondern auch für den Menschen: Meier und Koenig wiesen auf die Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen des Waldes hin. Ein intakter Wald amtet als Wasserspeicher, und so hätte ein lebendigeres Tobel sowohl die ins Dorf getragene Wassermenge als auch dessen Geschwindigkeit während der Küsnachter Überschwemmung 1778 bedeutend abmildern können. Weiter können Menschen die Holzressourcen nutzen und den Wald auch einfach als solches geniessen – wie es auch die Teilnehmer der Führung taten.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Biodiversität: Wiederholt wurde den Teilnehmern die Wichtigkeit eines variantenreichen Waldlebens gezeigt. So verhindert das Knospenfressen der Rehe ein Zuwachsen von Lichtungen und Wiesen, und die schmackhaften Brombeerblätter sorgen wiederum dafür, dass die Rehe nicht so viele Knospen fressen, dass es am Ende keine Bäume mehr gibt.

Mehr als nur Schiessen
In dieses gut eingerichtete und doch verwundbare System greift auch der Mensch ein: Er fällt von Zeit zu Zeit einen Baum und sammelt tote Äste auf einem grossen Haufen. Darin tummeln sich neben Mikroorganismen auch Pilze, Insekten, Schnecken und Mäuse, was wiederum Igel, Hermeline und Marder anlockt – so versucht der Mensch, die komplexe Nahrungskette zu unterstützen. Wichtig ist die menschliche Rolle auch im Kampf gegen Neophyten – fremde, nicht heimische Pflanzen –, welche das einheimische Pflanzenleben zu verdrängen drohen. Etwa finden sich am Wegrand immer wieder entfernte Sommerflieder, welche sich sonst ungebremst auszubreiten drohen. «Keinen Wald ohne Wildtiere und keine Wildtiere ohne Wald», damit umschreibt Meier das natürliche Zuspiel. Beispielsweise verbreiten Wildtiere Baumsamen und -früchte und durchwühlen den Boden – wichtige Beiträge zum Fortbestehen des Waldes. Doch auch bei den Wildtieren muss der Mensch gezielt eingreifen: Zu viele Wildtiere einer Art bedrohen das Gleichgewicht. Daher müssen die ehrenamtlich arbeitenden Jäger Populationen gezielt regulieren. Ihre Aufgabe beschränkt sich jedoch nicht aufs Schiessen: Jäger und Jagdaufseher rücken auch bei Autounfällen mit Wildbeteiligung aus, kümmern sich um verirrte Füchse im Dorfkern oder gar in Wohnhäusern und retten Rehkitze aus zu mähenden Wiesen. Im Moment, so ein anwesender Jäger, fürchten sie vor allem die Ankunft der Wildschweine in Küsnacht – diese kämen näher und näher und erforderten im Ernstfall weit mehr Aufmerksamkeit, als den Jägern lieb ist. Für sie bedeuten Wildschweine daher in erster Linie landwirtschaftliche Schäden und viele nächtliche Stunden auf dem Hochsitz.

Menschliche Spuren
Der Nachmittag im Tobel schärfte den Blick für das Leben, das sich unbeobachtet im Wald abspielt. Die deutlichsten Spuren hinterlassen jedoch die Menschen: Sie legen Kieswege an, bauen Brücken und Sitzbänke und fällen von Zeit zu Zeit einen Baum. Erfreulicherweise finden sich im Heslibachertobel kaum weitere Spuren von Menschen – die sonst nicht unüblichen Plastikflaschen und Sandwichverpackungen am Wegrand sind nicht zu sehen. Insgesamt boten das Tobel, die glücklichen Wetterbedingungen und das Rahmenprogramm des Natur- und Vogelschutzvereins einen lehrreichen Samstagnachmittag. Für diejenigen, die der einsetzenden Kälte bis zum Ende trotzten, zeigte sich zum Schluss sogar ein Reh am Waldrand – und nach diesem Nachmittag wussten auch alle Anwesenden, dass der weisse Fleck auf dessen Hinterteil «Spiegel» genannt wird."

 

Bergflora Exkursion nach Feldis (Sonntag, 18. Juni 2017)

Die Pflanzenfreunde hätten kaum einen schöneren und beinah wolkenlosen Tag mit fantastischer Weitsicht finden können. Die Anreise führte über Rhäzuns nach Feldis und von dort mit der Sesselbahn nach Motta (1900 m ü.M.), das in der subalpinenZone liegt. Schon auf der Fahrt nach Motta konnten einige versierte Beobachter z.B.,  die schöne, nicht häufige Paradieslilie sehen. Flora dieser Jahreszeit erwies sich als ‚Fundgrube‘ für die motivierten Teilnehmer, denen die Vielfalt der Alpenpflanzen wohl immer wieder besondere Momente bereitete.  Aus dieser grossen, bunten Vielfalt mögen einige Pflanzen als Beispiel für viele genannt werden, in den offenen Rasenflächen etwa der stengellose Enzian, die Federnelke oder das Katzenpfötchen. Die Hochstaudenflur beherbergt die Grünerle als wichtigste Komponente. In ihr findet sich z.B. das Alpenvergissmeinnicht oder der rundblättrige Steinbrech. Auch der kleine See mit seiner Uferzone, in welcher das Wollgras sich besonders hervorhob, ergänzte die Artenliste um manche Vertreter. Das Durchstreifen der Zwergstaudenzone etwas abseits vom Wanderweg mit Alpenrosen, Heidelbeeren und Rauschbeeren bereitete besondere Freude.  Und immer wieder erhob man den Blick empor aus der Pflanzenwelt und bewunderte rundum die klare, wunderbare Weitsicht.  Reichlich beschenkt mit vielen Eindrücken kehrten die Teilnehmer über die Bergstation nach Feldis und nach Küsnacht zurück.

 

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Botanik Grundkurs des NVVK (29. März bis 28. Juli 2017)

Ein langjähriger Wunsch von Flora-begeisterten Mitgliedern ging endlich in Erfüllung.

8 Frauen und 2 Herren trafen sich imreformierten Kirchgemeindehaus in Küsnacht zu einem Botanik Kurs.

An 6 Theorieabenden wurde in die Botanik und Systematik der Pflanzen eingeführt.

Mit viel Geduld bemühten sich unsere Referenten Jonas Brännhage und Dr. Jakob Schneller,  uns die Begriffe und Bezeichnungen der Familien-Merkmale (Blütenstand, Fruchtknotenstellung, Stengelquerschnitt, Blattform und Blattrand, Blattstellung) zu erklären.

An Hand der mitgebrachten Pflanzen konnten wir mit der Lupe tatsächlich die typischen Familienmerkmale erkennen. Wir sollten nun Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler usw. unterscheiden können.

Jonas und Jakob machte es sichtlich Spass, uns in die Botanik einzuführen.

Erstaunlich, was wir in den 4 Exkursionen draussenin der Umgebung von Küsnacht an Flora entdeckten. Einige Teilnehmer waren schon versierte Botaniker, die viele Pflanzen kannten. Die morgendlichen Ausflüge, immer bei schönem Wetter, begeisterten alle. Jemand fand sogar eine Morchel. Auch die Zunahme von Neophyten (neu das Berufkraut) war ein Thema.

Regula, die zu Hause einen Natur- Garten pflegt, wusste viel über essbare giftige oder fast giftige Pflanzen zu erzählen. Sie lud alle Teilnehmer zu einem Imbiss ein und überraschte uns mit einem selbstgebackenen wunderbaren Kuchen.

Die 6. Exkursion in die Bergflora, am Sonntag den 18. Juni, nach Feldis Mutta war der Höhepunkt.

Der Kurs brachte zwei neue Mitglieder in den NVVK.

Wir danken Jonas und Jakob herzlich für ihren grossen Einsatz.

Klaus

 

 

Graureiherbrut am Schübelweiher, Standaktion (Sonntag, 9. April 2017)

Graureiher können seit einigen Jahren sehr schön am Schübelweiher beobachtet werden. Durch das hohe Besucheraufkommen lassen sie sich aus nächster Nähe beim stoischen Warten auf einen Fisch bestaunen. Es war trotzdem eine grosse Überraschung, als sich diesen Frühling herausstellte, dass gleich zwei Graureiherpaare einen Brutversuch auf der kleinen Insel mitten im Schübelweiher unternahmen. Denn aus jüngerer Vergangenheit waren keine Graureiherbruten aus Küsnacht bekannt.

Die beiden Horste waren derart platziert, dass man vom Weg aus einen wunderbaren Blick auf das Brutgeschehen hatte. Dies führte dazu, dass die Graureiher während ihrer dreimonatigen Aufzucht der Jungen etliche Interessierte und auch einige Fotografen anlockten. Von Ende März bis Juni konnte man sehen, wie aus kleinen nur selten sichtbaren Federbällchen grosse Reiher heranwuchsen. 

Aufgrund des grossen Interesses entschloss sich der Vorstand des NVVK kurzfristig, eine Standaktion beim Schübelweiher durchzuführen. Dieter, Jürg, Klaus und Eric gaben Auskunft über die Graureiher und ermöglichten Interessierten mit Fernrohren schöne Blicke auf den Horst und die Reiher. Einmal schaute sogar einer der kleinen Reiher über den Horstrand.
Zudem konnte eine durchziehende männliche Rohrweihe festgestellt werden.

 

Zwei adulte Graureiher beim Horstbau. © E. Christen

Zwei adulte Graureiher beim Horstbau. © E. Christen

Zwei junge (aber bereits tüchtig gewachsene) und ein adulter Graureiher bei der Futterübergabe. © E. Christen

Zwei junge (aber bereits tüchtig gewachsene) und ein adulter Graureiher bei der Futterübergabe. © E. Christen

Spechtexkursion mit dem Ortsmuseum (Samstag, 25. März 2017)

Anlässlich des 100-jährigen Jubliäums der Pfadi Wulp und der damit verbundenden Sonderausstellung im Ortsmuseum Küsnacht führte der NVVK an diesem Samstag eine Exkursion zu etwas anderen "Wölflis" durch - zu den Spechten. Das wunderschöne Frühlingswetter lockte ca. 30 Exkursionsteilnehmer an. Diese durften zuerst einige "Trockenübungen" im Vögelbeobachten machen: Im Museum waren nämlich einige präparierte Spechte mehr oder weniger gut versteckt, die es zu finden und bestimen galt. So konnten die Teilnehmer unsere häufigen Spechte kennenlernen und schön sehen - dies war nämlich für den Teil der Exkursion in der freien Natur nicht zu versprechen.
Als wir dann kurze Zeit später im Wald standen, konnten Jürg und Eric ihren Ohren jedoch kaum trauen: Es war doch tatsächlich ein Schwarzspecht zu hören. Nicht im Geringsten war mit dieser Art auf der Exkursion zu rechnen, sind doch die Schwarzspechte in Küsnacht vor allem im Küsnachter Berg heimisch. Doch damit nicht genug: Nach ca. fünf Minuten flog der männliche Schwarzspecht (schön erkennbar am gesamtroten Scheitel) an einen Baumstamm in unserer Nähe: Beide Gruppen kamen in den Genuss einer einmaligen Beobachtung!
Im Folgenden konnten auch noch die häufigeren Arten Bunt- und Grünspecht festgestellt werden. Daneben erfuhren die Teilnehmer viel über die Besonderheiten der Spechte (Höhlenbau, Anpassungen, um die enormen Kräfte, die beim Hämmern auf den Specht wirken, auszugleichen). 
Um 12 Uhr waren wir wieder zurück beim Ortsmuseum und schlossen die Exkursion bei einer Erfrischung ab.

 

 

Versteckte Spechte im Ortsmuseum Küsnacht...

Versteckte Spechte im Ortsmuseum Küsnacht...

Exkursionsleiter Eric.

Exkursionsleiter Eric.

Die Exkursionsteilnehmer betrachten Buntspechthöhlen.

Die Exkursionsteilnehmer betrachten Buntspechthöhlen.

Wasservogelexkursion an den Greifensee (Samstag, 04. Februar 2017)

Acht motivierte Vogelfreunde trafen sich am 4.2. in Riedikon, um Wasservögel zu beobachten und Näheres über ihre Biologie zu erfahren. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der internationalen Wasservogelzählung führten wir selber an diesem Tag eine Zählung aller von uns beobachteten Vögel durch. Über dem See hing Nebel, der zwar nicht die Wasservögel verbarg, uns aber doch je länger je mehr frösteln liess. Nichtsdestotrotz suchten wir den Greifensee um das Rälliker Ried und die Aabachmündung ab und wurden mit tollen Beobachtungen von Löffel-, Krick- und Schnatterente belohnt. Als Höhepunkt gilt zweifellos die unerwartete Samtente, die wir ganz am Schluss der Exkursion nicht weit von der Aabachmündung bewundern konnten. Nach diesem Höhepunkt entschieden wir uns aufgrund der unangenehm feuchten Kälte die Exkursion eine halbe Stunde früher zu beenden.

Anbei finden Sie eine Liste der beobachteten Arten:
Krick-, Schnatter-, Löffel-, Stock-, Tafel-, Reiher- und Samtente
Gänsesäger
Hauben- und Zwergtaucher
Kormoran
Graureiher
Rotmilan
Mäusebussard
Sperber
Turmfalke
Wasserralle
Bläss- und Teichhuhn
Kiebitz
Lach-, Sturm- und Mittelmeermöwe
Ringeltaube
Bunt- und Grünspecht
Amsel
Kohl-, Blau- und Schwanzmeise
Elster
Rabenkrähe
Buchfink
Erlenzeisig
Rohrammer